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Forschergruppe Klostermedizin

1999 wurde die Forschergruppe Klostermedizin als ein gemeinsames Projekt des Instituts für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg und des Arzneimittelherstellers Abtei gegründet.
Ziel der Kooperation ist es, die Bedeutung einer Heilpflanze im Kontext der jeweiligen Zeit zu analysieren und die sich daraus ergebenden Bilder miteinander zu vergleichen. Solche Studien können kulturell bedingte Veränderungen hinsichtlich des therapeutischen Einsatzes einer Pflanze aufdecken, an vergessene Indikationsgebiete erinnern - und damit der Grundlagenforschung nach medizinisch wirksamen Pflanzeninhaltsstoffen neue Impulse geben.
Der Begriff "Klostermedizin" wurde dabei aus mehreren Gründen Programm. Zum einen geht es um eine medizinhistorische Epoche mit einer monopolartigen Stellung der Klöster nicht nur im Gesundheitswesen, die bis heute viel zu wenig bearbeitet wurde. "Klostermedizin" versinnbildlicht zum anderen eine interdisziplinäre Fragestellung: medizinhistorisch, kultur- und ordensgeschichtlich. Und schließlich traf es sich auch noch gut, dass unser Industriepartner bereits im Namen daran partizipiert. Bereits seit 100 Jahren nutzt Abtei, heute zum Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline gehörend, das medizinische Klosterwissen zur Herstellung moderner Arzneimittel. Als Vermittler zwischen Erfahrungsmedizin und heutiger Therapieanforderung möchte man dabei entschieden der unreflektierten Übernahme des alten Wissens in vermeintlich alternative Heilverfahren entgegenwirken.





Die Projekte

Viele Werke der mittelalterlichen Pharmazie und Medizin stehen bislang nur in Form von – oft sehr unzuverlässigen - Frühdrucken des 16. Jh. zur Verfügung oder sind sogar ausschließlich in mittelalterlichen Handschriften faßbar. Ihr Studium erfordert überdurchschnittliche Kenntnisse in der lateinischen Fachsprache der mittelalterlichen Medizin wie auch in der Paläographie. Somit sind selbst zentrale Werke der europäischen Medizin des Mittelalter einer modernen naturwissenschaftlichen Bewertung nicht zugänglich. Deshalb bemüht sich die Forschergruppe Klostermedizin, wichtige medizinische Schriften in gut lesbaren Ausgaben bereitzustellen und teilweise sogar mit Übersetzungen zu versehen.

Ein zentraler Text der Klostermedizin ist mit dem ‚Macer floridus’ des Odo Magdunensis bereits im Jahr 2001 vorgestellt worden.
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10 Jahre Klostermedizin
Als die Forschergruppe Klostermedizin im August 1999 erstmals an die Öffentlichkeit trat, hätte keiner der Beteiligten dieser Initiative zwischen dem Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg und der Firma Abtei die Prognose gewagt, dass dieses Projekt noch zehn Jahre später existieren würde, und zwar produktiv wie kaum zuvor.

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