Thomas Cantimpratensis

Impressum

letzter Update: 28.03.2004

Thomas Cantimpratensis

Die erfolgreichste und für den deutschsprachigen Raum bedeutendste Naturenzyklopädie schrieb der aus dem Brüsseler Raum stammende Thomas Cantimpratensis (auch T. von Cantimpré, T. Brabantinus oder van Bellinghen [Gundolf Keil]), geboren um 1200. Zunächst Augustiner-Chorherr, trat er 1232 zum Dominikanerorden über. Von seinem ‚Liber de natura rerum’ waren mehrere Fassungen im Umlauf. Die Fassungen „Thomas I" und „Thomas II" gehen auf den Autor selbst zurück; das Werk wurde um 1241 vollendet. Spätere Fassungen entstanden wahrscheinlich im Elsaß (Thomas IIIa) und im Raum Wien (Thomas IIIb). Thomas II behandelt im zehnten und elften Buch die Bäume, im zwölften die Kräuter; die für die deutsche Rezeption enorm wichtigen Fassungen der Thomas-III-Redaktion stellen die Kapitel etwas um. Der Kräuterteil umfasst nur 32 Pflanzen, seine Hauptquelle ist ganz eindeutig das ‘Circa instans’, hier Platearius zugeschrieben. Mehrere Quellen sind in den beiden Baum-Büchern - ‘Liber de arboribus communibus’ (52 Kapitel) und ‘Liber de arboribus aromaticis’ (33 Kapitel) eingearbeitet. Neben dem ‚Circa instans’ sind dies vor allem Plinius, Isidor von Sevilla und Palladius. Die Redaktoren der Thomas-III-Fassungen schöpften ihre Zusätze aus dem ‘Circa instans’ und aus ‘De vegetabilibus’ Alberts des Großen.

 

weiter mit: Vinzenz von Beauvais

 

[Klostermedizin Startseite] [Wegweiser] [Geschichte der Klostermedizin] [Die Anfänge der Klostermedizin] [Antike Vorbilder der Klostermedizin] [Theoretische Grundlagen] [Erste Werke der Klostermedizin] [Das Hochmittelalter] [Die Enzyklopädisten] [Kräuterbuch- Kompilationen] [Die Neuzeit] [Forschergruppe Klostermedizin] [Pflanzen] [Aktuelles] [Pressestimmen] [Lexikon] [Links] [Kontakt]